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Untitled Document Von 1998 bis 2004 veranstalteten Friedemann Friese, Wolfgang Panning und Andrea Meyer regelmäßig im Dezember einen AutorInnen-Workshop für Neulinge und "alte Hasen", der auch eine Theorieeinheit am Samstag vormittag umfasste. Nur wer einen Dezember-Workshop besucht hatte, wurde auch zum Sommer-Workshop eingeladen, bei dem wir ein Wochenende lang testeten und entwickelten.
Ein alternatives Angebot für junge Autorinnen und Autoren macht Christwart Conrad regelmäßig in der Akademie Remscheid.

Ein Weiterbildungsangebot für AutorInnen sind die 2. Deutschen Spieleautorentage, die jeweils im März in Weilburg/Hessen stattfinden. Diese Fachtagung richtet sich an SpieleautorInnen, die ihre Tätigkeit als professionell begreifen.

Wozu ein Workshop?

Spiele erfinden kann und tut eigentlich jede/r. Seien es nun die speziellen Familien-Sonderregeln für Mensch-ärgere-Dich-nicht oder Monopoly, oder sei es das eine Spiel, das, aus einer Bierlaune entstanden, seit ewigen Zeiten regelmäßig gespielt wird.

Doch wie macht mensch dieses Spiel einem breiteren Kreis bekannt oder bringt es gar bei einem Verlag unter?

In den bisherigen Workshops fanden sich AutorInnen und solche, die es werden wollten, im Tagungshaus Drübberholz zusammen, um gemeinsam Prototypen zu testen, über Möglichkeiten der Veröffentlichung zu reden und aus den Erfahrungen, die die SpieleautorInnen Friedemann Friese, Andrea Meyer und Wolfgang Panning bereits gemacht hatten, zu lernen.

Ein Neuling brachte es auf den Punkt: "Es war mein erstes Mal. Das Vorspiel war lang und kompliziert, der Höhepunkt wenig aufregend und schnell vorbei, aber ich habe Lust, es erneut auszuprobieren." Das wollen wir doch hoffen ...

Fragen und Antworten in den bisherigen Workshops betrafen z.B. folgende Themen:

Woher kommt die Idee?
Woher weiß ich, dass noch niemand meine Idee hatte?
Wie bastle ich einen Prototypen?
Wann beginnt die Testphase?
Was muß ich beim Testen beachten?
Wie schreibe ich eine gute Regel?
Der Prototyp ist fertig - und jetzt?
Der Eigenverlag - Chancen und Risiken
Veröffentlichung im Verlag - wie geht das?
Wonach entscheidet ein Redakteur
Mathematik für AutorInnen
Muss ich mich als AutorIn für meine Zielgruppe interessieren?
Wie erkenne ich in Göttingen Verlagsredakteure?

Neben der Theorie gab es natürlich viel Praxis. So bewunderten wir Materialsammlungen aus Pöppeln und eher ungewöhnlichem potenziellen Spielzubehör - was kann man nicht alles aus Plastikdeckeln und CD-Rohlingen machen -, sahen uns die Druckbögen von Spielen an und probierten die mitgebrachten Prototypen der TeilnehmerInnen und Workshop-LeiterInnen aus.

Zu den Workshops waren begeisterte TestspielerInnen, ebenso wie unveröffentlichte AutorInnen und solche, die bereits Spiele veröffentlicht haben, herzlich willkommen.

Wer leitete die Workshops?

Workshop-Einladende waren das Tagungshaus, Friedemann Friese (u.a. Frischfisch, Friesematenten, Funkenschlag, Fische, Fluppen, Frikadellen, Fiese Freunde, fette Feten) und Andrea Meyer (Stimmvieh, Hossa, ad acta, Schwarzarbeit, Große Geschäfte, Ludoviel, Wordwild). Wir haben einen roten Faden durch den Workshop angeboten, der Workshop war jedoch kein Seminar mit vielen Vorträgen.

Was kostete die Teilnahme am Workshop?

Die Teilnahme kostete nach Selbsteinschätzung ca. 60,- bis 80,- Euro.
In der Teilnahmegebühr eingeschlossen waren Übernachtung und Referentinnnkosten sowie Verpflegung, wobei die Gruppe den Abwasch übernahm.

Wo liegt Drübber und wie sieht das Haus aus?

Das Tagungshaus liegt im Dreieck zwischen Bremen, Hamburg und Hannover. Von den Bahnhöfen in Dörverden oder Eystrup, erreichbar mit Regionalexpressen (von Bremen und Hannover) könnt Ihr abgeholt werden.
Die Vierbettzimmer haben eher Jugendherbergs- als Hotelflair, in den Aufenthaltsräumen stehen Euch rund 3.500 Spiele zur Verfügung. Je nach Wetter ist auch der Garten mit Bouleplatz prima nutzbar.

Und wenn Du jetzt noch mehr wissen willst, schicke mir eine Mail.


Bericht vom Spiele-AutorInnen-Workshop 2002

Vom 13.-15.12.2002 hat im Tagungshaus ein weiterer AutorInnen-Workshop unter Leitung von Wolfgang Panning, Friedemann Friese und Andrea Meyer stattgefunden.

Ein kurzes Fazit vorweg: Wie schon die letzten AutorInnen-Seminare gab auch dieses Treffen allen Beteiligten einen enormen Kreativitäts-Schub. Da fragt mensch sich doch: Warum "erfinden" so viele AutorInnen heimlich und eigenbrötlerisch zu hause und für die Schublade? Wir, die TeamerInnen des Workshops, sind auf jeden Fall der festen Überzeugung, dass eine (begrenzte) Fachöffentlichkeit der besten Ideenschutz ist.

Dieser Maxime folgten auch 10 TeilnehmerInnen aus Berlin, Bielefeld, Göttingen, Hamburg, Hangelar, Hannover, Köln, Nienburg und sogar aus Wien, von denen acht eigene Spiele-Prototypen mitgebracht hatten.

Der Workshop stand ganz im Zeichen des Verhältnisses zwischen AutorIn und Verlag. Anstatt lange Vorträge anzuhören, waren zunächst alle aufgefordert, jeweils ein Spiel benennen, das sie für ein gutes Produkt hielten. Außerdem sollte jeweils ein tolles Spiel genannt werden, das aus Sicht der TeilnehmerInnen unterhalb seiner Möglichkeiten vermarktet worden war.

Nach einer heißen Diskussion um die Frage, was möglicherweise Unterschiede zwischen guten Spielen und guten Produkten sein könnten, erhielten die TeilnehmerInnen dann am Samstag in drei Kleingruppen die Aufgabe, als Redaktion jeweils eines der zuvor benannten "unter Wert verkauften" Spiele so zu überarbeiten, dass den VerlegerInnen (dargestellt von den Workshop-LeiterInnen) eine Neuauflage attraktiv erscheinen würde.

Die Meinung zu diesem Rollenspiel war ungeteilt positiv: Alle waren begeistert von der Möglichkeit, Spiele mal "von der anderen Seite" zu betrachten.

Bereits am Freitagabend waren die mitgebrachten Protos vorgestellt worden. Zuvor hatten Wolfgang Panning, Friedemann Friese und Andrea Meyer jedoch bereits die Grundregel des Seminars erläutert: Ideenklau ist tabu, für alle im Laufe des Seminars entwickelten Ideen wird am Ende eindeutig geklärt, wer sie - ggf. gemeinsam - weiterverwenden darf. Anschließend waren in drei Runden erste Spieletests durchgeführt worden. Die Regeln dazu waren vorher kurz vereinbart worden: Der/die AutorIn erklärt das Spiel, anschließend wird es "angespielt" bzw. es wird ggf. gemeinsam "Überarbeitungsbedarf" festgestellt. So hatte bereits am ersten Abend jede/r TeilnehmerIn wenigstens eine eigene Spielidee vorgestellt.

Der Samstag-Nachmittag und -Abend war von einer weiteren Test- und Spielphase geprägt, in der sich die TeilnehmerInnen - jeweils mit Unterstützung der TeamerInnen - noch einmal der Über- bzw. weiteren Erarbeitung der eigenen mitgebrachten Ideen widmeten.

Am Samstag berichteten Friedemann Friese und Andrea Meyer kurz von ihren Erfahrungen als KleinverlegerInnen. Am Sonntag rundete eine Diskussion über die Chancen und Probleme von Internet-Spiele-Foren sowie des Internetangebots für die Spieleszene insgesamt den Workshop ab.

Sonntag mittag trennten sich TeilnehmerInnen und TeamerInnen schweren Herzens voneinander. Viele trugen dabei den Wunsch im Herzen, den ein Teilnehmer auf den Punkt brachte: "Das müßte jetzt eine Woche so weiter gehen".